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Chile-Cluster am Karlsruher Institut für Technologie: Angewandte Forschung von Weltklasse

Networking, (bilateraler) Austausch von Forschern und die Partnersuche in der Industrie sollen helfen, Innovation zu generieren. Foto: KIT

Berlin, 10. Dezember 2018. Die chilenische Wirtschaft wächst, die stärkeren Investitionen in Erneuerbare Energien und öko-industrielle Projekte machen zunehmend komplexere Technologien erforderlich. Wissenstransfer und angewandte Forschung sollen helfen, Lösungen für konkrete Herausforderungen der Industrie zu entwickeln. Der „Chile Cluster“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) widmet sich dieser Aufgabe. Das yauberwort heißt Kreislaufwirtschaft. 

„Das KIT wollte Chile als strategischen Partner gewinnen, und für Chile liegen die Vorteile auf der Hand: Der Cluster bedeutet Zugang zu Forschung von Weltklasse, Austausch von Forschern und Wissenstransfer“, sagt Fredy Rios. „Und das hilft uns letztlich, für Chile Innovation zu generieren.“ Der promovierte Informatiker, der sich auf naturinspirierte Algorithmen und deren Optimierung spezialisiert hat, ist beim KIT angestellt als wissenschaftlicher Koordinator des Chile Clusters.

Der Cluster startete im Jahre 2015, inzwischen sind 45 Forscher und neun chilenische Universitäten beteiligt, von denen drei zu den Gründungsmitgliedern gehören: Universidad de Chile (Uch), Universidad de Concepción (UdeC) und Universidad Austral de Chile in Valdivia (UACh). Auf der anderen Seite stellt das KIT seine Strukturen sowie administrative und logistische Unterstützung zur Verfügung.

Bereits vor 2015 gab es zahlreiche verbindungen und individuelle deutsch-chilenische Forschungsprojekte zwischen Karlsruhe und Chile. „Ziel war und ist es, dies alles zu koordinieren, zu systematisieren und auf eine formelle Grundlage zu stellen“, erklärt Rios. Durch die Kooperation erhält Chile Zugang zu teurer Hightech, zusätzliche Finanzierungsalternativen und erweitert sein wissenschaftliches Kooperationsnetzwerk. Für die Wissenschaftler des KIT sind die Vorteile klar: Zugang zu den riesigen "natürlichen Laboratorien" der chilenischen Geographie, Präsentation ihrer Ideen vor Spitzenforschern und die Möglichkeit, gemeinsame Projekte zu einer neuen innovativen Landschaft zu entwickeln."

Das erste konkrete Projekt innerhalb dieses Netzwerk heißt “Virtual Institute for Eco Industrial Development“ und läuft seit November 2017. Finanziert wird dieses IEDE vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), in der Anbahnungsphase zunächst mit 300.000 Euro. Nach einer Zwischenevaluierung im kommenden Jahr sind dann weitere 600.000 Euro für eine dreijährige Konsolidierungsphase vorgesehen. „Uns ist bewusst, dass wir uns in einem extrem kompetitiven Umfeld bewegen, daher möchten wir auf jeden Fall zeigen, wie relevant und erfolgversprechend unser Projekt ist, damit wir die wir die Anschlussfinanzierung vom BMBF bekommen“, so Fredy Rios.

Inhaltlich drehen sich die IEDE-Projekte vorrangig um nachhaltige Wasser-und Energienutzung im urbanen Kontext, nachhaltige stoffliche und energetische Transformation der Biomassenutzung, öko-industrielle Nutzung von Ressourcen des Untergrunds sowie dezentrale Energieversorgung für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Die Ideen und Projekte richten sich an dem Ideal der Kreislaufwirtschaft aus.

Ein vorrangiges Ziel des Clusters ist es, die Bereiche Wissenschaft und Industrie in Chile einander näherzubringen als bisher, also die angewandte Forschung zu stärken und „Lösungen für ganz praktische Probleme der Industrie zu entwickeln“, skizziert Fredy Rios, „und zwar interdisziplinär und international.“ Zu jedem einzelnen Projekt sollen zudem die passenden Partner gefunden werden. Speziell die Studienprogramme, der Austausch von Forschern sowie die Doktorandenbetreuung gehören zu den Themen des Clusters.

„Unsere aktuelle Aufgabe besteht nun darin, die Zukunft des Clusters zu definieren und die weitere Finanzierung zu gewährleisten“, so Rios. „Wir streben eine nachhaltige Finanzierung an, mit der sich der Cluster am Ende selber trägt.“ Kontakte zur Industrie und speziell zum chilenischen Unternehmsensverband SOFOFA sind Teil der Strategie. Der Chile-Cluster und das IEDE-Projektteam am KIT setzen sich zusammen aus Prof. Dr. Andreas Braun als Direktor beider Projekte, Dr. Fredy Rios als wissenschaftlicher Koordinator sowie Frau Irma Mantilla als administrative Koordinatorin. 

Beim Chile-Cluster kooperieren drei chilenische Universitäten mit dem Karlsruhe Institut für Technologie, Alma Mater von sechs Nobelpreisträgern. (Foto: KIT) 

Der richtige Dreh: „Shoot in Chile“ wirbt weltweit für das Land als erstklassige Filmlocation

Berlin, 26. November 2018. Chile ist ein filmaffines Land. In den vergangenen Jahren haben gleich zwei Werke einen Oscar gewonnen: der Animationskurzfilm „Bear Story“ und der Spielfilm „Eine Fantastische Frau“ über das Leben einer Transsexuellen in Santiago. Seit einigen Jahren macht sich das südamerikansiche Land mit der ungewöhnlichen Geographie aber auch als Filmlocation einen Namen. Mit dem Label Shoot in Chile werden weltweit die vielen Vorzüge Chiles als Drehort für Werbespots, Serien und Spielfime beworben.

So wurde etwa die Science-Fiction-Serie „The First“ mit dem Schauspieler Sean Penn über die erste bemanne Marsmission in der chilenischen Atacamawüste gedreht. Aber auch eingängige Werbespots, z.B. für internationale Automarken, entstehen immer wieder in Chile. Erstmals international bekannt wurde Chile als Filmlocation vor etwa zehn Jahren, nachdem Szenen des James-Bond-Films “Ein Quantum Trost“ mit 007-Darsteller Daniel Craig in der Atacamawüste produziert wurden.

Zehnte Chilenische Filmreihe: Die Botschaft präsentiert Werke des Regisseurs Gonzalo Justiniano

Berlin, 27. Oktober 2018. Filmemacher haben in Chile den Übergang von der Diktatur zur Demokratie in besonderer Weise mitgeprägt. Bis heute spiegeln und analysieren Cineasten die sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Zeit in ihren Werken. Ein herausragendes Beispiel ist Regisseur Gonzalo Justiniano mit seiner ganz eigenen Bildästhetik. Ihm widmet die Botschaft eine Retrospektive (8.-10. November). Justinianos neuester Film Cabros de mierda (2018) ist derweil im Berliner Kino Babylon im Rahmen des Filmfestivals Lakino zu sehen.

Eröffnet wird die Filmreihe in der Botschaft mit B – Happy (2003, Donnerstag, 8. November um 19 Uhr), einer Geschichte über Adoleszenz, Depression und erster Liebe in einem sozial labilen Milieu: Kathy lebt mit ihrem Bruder Danilo in einem kleinen Dorf an der chilenischen Küste. Ihr Leben ist von der Abwesenheit des Vaters geprägt, der wegen mehrfachen Diebstahls eine Gefängnisstrafe abbüßt, sowie von den ständigen Schwierigkeiten, mit denen sie sich konfrontiert sieht. An der Oberschule lernt sie Chemo kennen, einen liebenswerten und sensiblen Jungen, in den sie sich verliebt.

Zu Gast bei Freunden: Staatspräsident Sebastián Piñera besucht Deutschland

Berlin, 11. Oktober 2018. Staatspräsident Sebastián Piñera hat Berlin und Hamburg besucht. Die zweitägige Staatsvisite in Deutschland war Teil einer Europareise, die den Präsidenten auch nach Madrid, Paris, Brüssel und Rom führte. In Berlin wurde Sebastián Piñera von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit militärischen Ehren empfangen.

Im Bundeskanzleramt stand ein gemeinsames Mittagessen bei bilateralen Gesprächen an. Deutschland und Chile, so das Resümee, wollen ihre engen und freundschaftlichen Beziehungen weiter intensivieren - zum Beispiel in den Bereichen erneuerbare Energien und Rohstoffe sowie bei Wissenschaft und Forschung. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Chiles innerhalb der Europäischen Union. Auch die EU arbeitet an einer Erneuerung des Handelsabkommens mit Chile.

Chilenische Forscher in Deutschland debattierten am Karlsruher Institut für Technologie KIT

Berlin, 1. November 2018. Unter dem Motto „I3: Internationalisierung, Innovation und Inklusion in der wissenschaftlichen Arbeit“ hat Mitte Oktober die 7. Jahrestagung des Netzwerks Red INVECA am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stattgefunden. Über 50 chilenische Forscherinnen und Forscher in Deutschland versammelten sich auf dem Campus Nord des KIT, um über den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Chile und Deutschland zu diskutieren.

Impulse zu diesen Themen kamen von Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) und von Baden-Württemberg International. Während des zweitägigen Treffens präsentierten junge Forscherinnen und Forscher den Fortschritt ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Sie nahmen auch an der Panel-Diskussion „Internationalisierung und Innovation in der chilenischen Forschung“ teil, bei der sie mit Vertreterinnen und Vertreter des KIT, der Technischen Hochschule Köln und der Universität Concepción in Chile ins Gespräch kamen.

Innovation und Inklusion in der Wissenschaft: Das Netzwerk chilenischer Forscher tagt in Karlsruhe

Berlin, 17. Oktober 2018. Das Netzwerk chilenischer Forscher in Deutschland (Red INVECA, Red de Investigadores Chilenos en Alemania) verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft zwischen Deutschland und Chile zu vertiefen und den Austausch der Forscher und Forscherinnen zu fördern. Am 18. und 19. Oktober 2018 findet im Karlsruher Institut für Technologie KIT die sechste Jahrestagung statt. Themen sind die Internationalisierung, Inklusion und Innovation in der Wissenschaft.

Einige Fragen an Sergio Diaz, Vorstand für Kommunikation von Red Inveca e.V.

Red Inveca“ wurde 2012 gegründet. Wo steht die Organisation heute, was wurde in den vergangenen sechs Jahren erreicht?

Seit 2012 haben wir relevante Fortschritte gemacht. Das Netzwerk hat sich in diesen Jahren zu einer Referenz für chilenische Forscher entwickelt, die zum Studium oder zum Forschen nach Deutschland kommen. Und wir werden auch von anderen Peer-Organisationen als solche wahrgenommen. Gleichzeitig hat sich das Netzwerk von einer ersten "Gründer"-Phase zu seinem aktuellen Zustand einer "laufenden" Organisation mit klar definierten Positionen und Rollen, regelmäßigen internen Wahlen und einer robusten Corporate Governance-Struktur entwickelt. All dies ermöglicht uns, unseren Hauptzweck besser zu erfüllen: als Plattform für chilenische Forscher und Studenten und als Verbindungspunkt unter ihnen. So können wir deutschen und chilenischen Institutionen nützen.  

Worum geht es bei der Jahrestagung 2018 in Karlsruhe?

Dieses Jahr möchten wir über drei Themenkomplexe diskutieren, die momentan sehr aktuell in Chile sind. Im August wurde vom Parlament die Gründung eines Ministeriums für Forschung, Technologie, Wissen und Innovation verabschiedet. Diese Nachricht ist für uns als WissenschaftlerInnen sehr wichtig, weil es in erste Linie um unsere Arbeit geht – und hier interessieren uns besonders zwei Themen: die Internationalisierung und die Innovation: Wir möchten diesbezüglich die aktuelle Lage des chilenischen Hochschulsystems identifizieren und darüber hinaus diskutieren, wie wir aus Deutschland, also von Chile betrachtet aus dem Ausland, unsere Erfahrungen einfließen lassen und so auch einen Beitrag leisten können. Das andere Thema, auf das wir eingehen möchten, steht im Kontext der Frauenbewegung – die nicht nur in Chile sehr aktiv ist, sondern weltweit. Wir möchten auf die historische Rolle der Frauen in der Wissenschaft in Chile schauen und uns genauer damit auseinandersetzen, wie wir diese in der Zukunft verbessern können.

„Grüner“ Wasserstoff aus erneuerbaren Energien: Chile erforscht das Potenzial

 

Die Erzeugung von "grünem" Wasserstoff birgt Potenzial und weckt das Interesse der Industrie. (Agencia de Sostenibilidad Energética)

Santiago, 28. September 2018. Chile könnte bei der aktuellen globalen Energiewende ein wichtiger Akteur in der Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien werden. Unter Einbeziehung neuer Technologien könnten so die Kohlenstoff-Emmissionen deutlich verringert werden. Eine Aufgabe, die das chilenische Energieministerium entschieden angeht, gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ.

„Aktuell konzentrieren wir darauf, das wirtschaftliche Ökosystem des "grünen" Wasserstoffs zu verstehen. So lässt sich identifizieren, wie wir ihn am besten in unsere Energiematrix intergrieren können“, sagte Energieministerin Susana Jímenez kürzlich bei einer Konferenz zum Thema, die vom chilenischen Energieministerium gemeinsam mit der GIZ und der Wirtschaftsföderungsgesellschaft Corfo organisiert wurde. An dieser Konferenz in Santiago nahmen auch 34 internationale Experten teil. „Die Produktion von Wasserstoff aus eneuerbaren Energien, die wir anstreben“, so die Ministerin, „soll sicher, effizient und wettbewerbsfähig sein.“