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Kultur

Berlinale 2020: Chile wird "Country in Focus“ beim European Film Market

Foto (von links): Victor Abujatum (Erster Sekretär der Botschaft), Matthijs Wouter Knol (Direktor European Film Market), Mariette Rissenbeek (Berlinale-Geschäftsführerin), Cecilia Mackenna (Botschafterin) und Diego Torres (Direktor ProChile Deutschland)

Berlin, 20. Mai 2019. Chile wird 2020 "Country in Focus“ beim European Film Market (EFM) der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin sein. Das EFM-Programm "Country in Focus“ wurde 2017 ins Leben gerufen und möchte die Filmindustrie sowie das Filmschaffen eines Landes umfassend vorstellen und ihm eine besondere Plattform bieten.

Im kommenden Jahr werden beim EFM chilenische Filmschaffende und chilenisches Filmschaffen unter unterschiedlichen Aspekten präsentiert. Das Schwerpunktprogramm wird zahlreiche Möglichkeiten bieten, sich mit chilenischen ProduzentInnen, DistributorInnen, InvestorInnen und Kreativen zu vernetzen sowie chilenische Produktionen kennenzulernen. "Chile in Focus“ wird von ProChile – Chiles Institution zur Förderung des Exports – unterstützt und findet im Zeichen des zehnjährigen Jubiläums von CinemaChile statt, der Organisation, die das chilenische Kino weltweit erfolgreich unterstützt.

Das chilenische Kino war immer präsent bei der Berlinale und zahlreiche Auszeichnungen zeugen vom Erfolg des chilenischen Filmschaffens — wie die Silbernen Bären für die in den letzten Jahren weltweit gefeierten Filme "Gloria" und "Una mujer fantástica" (Eine fantastische Frau) von Sebastián Lelio, der 2019 Mitglied der Internationalen Jury war. Auch herausragende und preisgekrönte Filme mit wichtigen Themen wie "El Club" (The Club) von Pablo Larraín und "El botón de nácar" (Der Perlmuttknopf) von Patricio Guzmán haben zur Geschichte der Berlinale beigetragen. Mit Chile wird nach Mexiko, Kanada und Norwegen nun erstmals ein südamerikanisches Land im "Country in Focus“-Programm des European Film Market ins Zentrum gerückt.

Botschafterin Cecilia Mackenna besucht die Stadt Carl Anwandters

Bürgermeister Werner Suchner (2. v. re.) empfing Botschafterin Cecilia Mackenna (Mitte), die von den Diplomaten Francisco Ulloa und Jacqueline González Meyer (li.) sowie Kulturattaché Carlos Medina (re.) begleitet wurde.

Berlin, 25. März 2019. Botschafterin Cecilia Mackenna hat den Ort Calau besucht, ein 8.000-Einwohner-Städtchen in Brandenburg, zu dem Chile enge Verbindungen pflegt. Hier lebte und wirkte der Wahlchilene Carl Anwandter etwa 20 Jahre lang als Apotheker, Stadtkämmerer und schließlich Bürgermeister, bevor er 1850 nach Chile auswanderte.

Werner Suchner, der Bürgermeister Calaus, zeigte der Botschafterin bei einer Führung durch die Innenstadt verschiedene Gebäude und Punkte, die an den berühmten Sohn der Stadt erinnern, wie etwa die Apotheke oder die Grundschule, die beide seinen Namen tragen. Eine Ausstellung im Haus der Heimatgeschichte, kuratiert von Ortschronistin Erika Förster, widmet sich der Figur Anwandters aus biografischer und zeitgeschichtlicher Perspektive. „Carl Anwandter war ein sehr fortschrittlich denkender Mensch. Er hat sehr viel Wert gelegt auf Solidarität unter der Bevölkerung, und das ist für uns heutzutage Vorbild“, unterstrich Bürgermeister Suchner. "Dass Anwandter dann nach Chile ausgewandert ist, bildet die Grundlage unserer heutigen Freundschaft zur chilenischen Botschaft, zur Stadt Valdivia und zu Chile ganz allgemein. Wir setzen daher auch in Zukunft auf den Austausch und den Ausbau der guten Beziehungen.“ Botschafterin Mackenna fügte hinzu: „Ich wünsche mir, dass wir die historisch gewachsenen Beziehungen weiterentwickeln und künftig gemeinsam mit den Freunden in Calau neue Projekte auf den Weg bringen.“

Bei der Berlinale 2019 glänzt Chile durch Talent und erfolgreiches Autorenkino

Berlin, 7. Februar 2019. Chile ist auf der 69. Berlinale mit diversen Premieren und wegweisenden Filmen vertreten. Der Dokumentarfilm „Lemebel“ von Regisseurin Joanna Reposi feiert auf dem internationalen Filmfestival in Berlin seine Weltpremiere. Und einer der herausragendsten Cineasten aus Chile, Sebastián Lelio (Regisseur des Oscar-prämierten Films "Eine Fantastische Frau") ist in diesem Jahr offizielles Mitglied der Jury, die über die Gewinner des Wettbewerbs entscheiden wird. Die Kurzfilme „Hector“ (von Regisseurin Victoria Giesen) und „Shakti“ (Martin Rejtman) konkurrieren bei Berlinale Shorts. 

Die Doku Lemebel wird als Teil der offiziellen Auswahl in der Rubrik „Panorama“ gezeigt. Regisseurin Joanna Reposi erzählt die Geschichte des (bereits verstorbenen) Schriftstellers und bildenden Künstlers Pedro Lemebel, einer Symbolfigur der chilenischen LGBT-Bewegung. Für die Produktion des Dokumentarfilms zeichnet das Label Solita Producciones verantwortlich. Highlight des Films sind bisher noch nie gezeigtes Film- und Fotomaterial über das Leben Lemebels, angefangen bei seiner Kindheit, bis hin zu prägenden Ereignissen seines Erwachsenenlebens.