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Kultur

Sandra de la Horra erhält Preis der Sächsischen Akademie der Künste


Berlín, 10. September 2021. Die Künstlerin Sandra de la Horra ist heute mit dem renommierten Hans-Theo-Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste geehrt worden, als „eine der bemerkenswertesten Zeichnerinnen der Gegenwart“. Die Zeremonie der Preisverleihung fand im Dresdner Kupferstichkabinett statt und war zugleich die Eröffnung der Ausstellung "Geheimnis umhüllte Welt" mit den Werken der in Berlin lebenden Künstlerin.

Die Preisjury urteilte: “Sandra de la Horras eigenständige, zutiefst poetische Bildwelt entwächst dem persönlichen Erleben“. Ihr Werk wurzele in Traditionen und Mythen ihrer chilenischen Herkunft und schöpfe ebenso aus Quellen der europäischen Kulturgeschichte.

Sandra de la Horra kommt gebürtig aus Viña del Mar.Ihre Familie hat auch spanische Wurzeln. Der Namensteil „de la Horra“ lässt sich bis zum spanischen Adel des 15. Jahrhunderts zurückverfolgen. Ihr Großvater stammte aus der Region Burgos (San Martín de Rubiales) und floh in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts - nach dem Spanischen Bürgerkrieg und der Machtergreifung Francos - aus dem südfranzösischen Toulouse mit dem Schiff nach Brasilien.

Sandras künstlerische Neugier erwachte bereits in der Kindheit. Im Alter von zwölf Jahren erhielt sie die Möglichkeit, die Schule für schöne Künste (EBAV) in Valparaíso zu besuchen. Später studierte sie in Viña del Mar visuelle Kommunikation.

Inzwischen lebt de la Horra seit vielen Jahren in Deutschland. Zunächst absolvierte sie ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, unter anderem bei Jannis Kounellis und Rosemarie Trockel. Während dieser Zeit befasste sie sich auch eingehend mit dem Werk von Joseph Beuys. Es folgte ein Postgraduiertenstudium an der Kölner Medienhochschule HMKW mit Schwerpunkt Film und Fotografie.

Amalia Valdés und die Vorstellungswelt der andinen Ureinwohner

  

Berlin, 20. Juli 2021. In ihrem Werk "Und alle sind wir eins" widmet sich die chilenische Künstlerin Amalia Valdés der Vorstellungswelt der andinen Ureinwohner. In ihrer Arbeit interpretiert sie die „Wiphala“, Sinnbild der Einheit und Ganzheitlichkeit in der Philosophie der Ersten Völker Lateinamerikas. Ihre Ausstellung ist bis zum 28. August in der Berliner Galerie Mommsen35 zu sehen.

Die Arbeit besteht aus einer Hängung von 49 Modulen, bestehend aus Korkplatten, die eine Wiphala nachbilden. Die Wiphala ist eine quadratische Flagge, die die sieben Farben des Regenbogens enthält, und zu gleichen Teilen aufgeteilt ist. Das harmonische Emblem drückt Einheit aus und wird von mehreren südamerikanischen Kulturen verwendet. Dieses Symbol ist viel mehr als eine Flagge, es ist die Darstellung der andinen Philosophie, die durch Raum, Zeit und Energie ein Ganzes bildet. Auf diese Weiseerkennt das Projekt die Philosophie der ursprünglichen lateinamerikanischen Völker als eine vitale und wesentliche Weltanschaung an, die uns wieder mit dem Ursprung des Kosmos verbindet.

"Syndemic Studies": Voluspa Jarpa präsentiert ihre Werke in Berlin

 

Berlin, 13. April 2021. Die Künstlerin Voluspa Jarpa präsentiert ihre Werke in Deutschland erstmals im Rahmen einer Einzelausstellung: „Syndemic Studies“ ist eine künstlerische Suche, die sich thematisch mit der aktuellen Situation in Chile auseinandersetzt. Die Ausstellung, kuratiert von Tiago de Abreu, läuft bis zum 14. Mai in der Berliner Nome Gallery. 

 

Die Arbeit von Voluspa Jarpa basiert auf der Suche und sorgfältigen Analyse von Dokumenten aus freigegebenen Archiven, die verborgene Narrative enthalten. Im Laufe der Jahre hat sie mit Dokumenten über den Kalten Krieg gearbeitet, und in einer neueren Untersuchung zum Aufbau von Hegemonien hat Voluspa Jarpa zahlreiche Forschungsquellen untersucht, wie etwa frauenfeindliche Broschüren aus dem 19. Jahrhundert, Dokumente über das Thema Hysterie oder Studien zur Ausstellung von nicht-weißen Menschen in Zoos. Durch ihre Arbeit entlarvt sie die Texte und Bilder der Archive und zeigt, wie das hegemoniale System in seiner Substruktur aufgebaut ist. Zuschreibungen wie Rasse, Klasse, Geschlecht und sogar ganze geopolitische Zonen werden durch diese kulturellen, symbolischen und politischen Spannungen und Bindungen bestimmt. Jarpas Arbeit reflektiert über die Charakteristiken des Archivs, über das Thema Erinnerung sowie den sozialen und psychologischen Begriff des Traumas.