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Berlinale: Premiere des Films "Der Tango des Witwers" von Raúl Ruiz

    

Zu den besonderen Highlights auf der Berlinale 2020 gehören die Premiere des Films „El tango del viudo y su espejo deformante“ (The Tango of the Widower) von Raúl Ruiz. und Valeria Sarmiento. 

Berlin, 14. Februar 2020. In wenigen Tagen wird Chile zum Protagonisten der vierten Edition des "Country in Focus" auf dem European Film Market. Dieser große audiovisuelle Markt der Berlinale (20. Februar bis 1. März) bringt Produzenten, Distributoren und Repräsentanten der weltweiten Filmindustrie zusammen. Chile wird als erstes Land Südamerikas Teil dieser speziellen Sektion sein, deren Ziel es ist, die Filmindustrie eines bestimmten Landes zu fördern und ihm eine spezielle Plattform zu bieten. Die Initiative soll die bilateralen Beziehungen zwischen dem chilenischen und deutschen Kino stärken, denn zwischen beiden Ländern wurde ein Abkommen über audiovisuelle Koproduktionen unterzeichnet, das im Laufe des Jahres in Kraft treten soll.

Chile wird in den meisten Festival-Sektionen der diesjährigen Berlinale (20. Februar bis 1. März) vertreten sein. Mehr als 70 Filmschaffende und Repräsentanten der Filmindustrie stellen die neuen chilenischen Filme und unabhängigen Serien auf dem Berliner Branchentreffen vor. Besondere Highlights aus Chile auf der diesjährigen Berlinale sind die Premiere von El tango del viudo y su espejo deformante („The Tango of the Widower“), ein Film, der 1967 von Raúl Ruiz initiiert wurde und jetzt von seiner Partnerin Valeria Sarmiento gemeinsam mit der Produzentin Poetastros zu Ende gebracht wurde. Der Film eröffnet die Sektion Forum der Berlinale, eine der wichtigsten der Veranstaltung, die sich als Plattform für experimentelle und zeitgenössische Werke versteht. Daneben ist die Teilnahme der preisgekrönten Regisseurin Dominga Sotomayor zu erwähnen, die als eine der Juroren bei „Encounters“ ausgewählt wurde. Die Sektion „Encounters“, die in diesem Jahr erstmals bei der Berlinale stattfindet, widmet sich neuen Filmvisionen.

 

Die Filmfestspiele in Berlin, bekannt unter dem Namen Berlinale, und der EFM sind für das chilenische Kino einer der Schlüsselimpulse für seine Internationalisierung und Konsolidierung gewesen, denn hier kamen große Produktionen zur Uraufführung und erhielten wichtige Auszeichnungen. Insgesamt erhielt Chile neben anderen bedeutenden Auszeichnungen fünf Silberne Bären und fünf Silberne Teddy-Awards. Erstmals nahm Chile im Jahre 2007 mit einem eigenen Stand an der Berlinale teil.

 „Es ist inzwischen keine News mehr, dass unsere Filmschaffenden auf unterschiedlichen Gebieten internationales Renommee genießen. Zum aktuellen Festival werden wir mit einer wichtigen nationalen Delegation kommen, welche an bestimmten Sektionen des Events teilnehmen wird, wo Chile als „Country in Focus“ einen besonderen Stellenwert auf dem European Film Market genießt. Als Ministerium für Kultur möchten wir sicherstellen, dass unsere Produzenten, Regisseure, Schauspieler und technischen Teams dem guten Ruf treu bleiben, den sie sich innerhalb und außerhalb von Chile aufgebaut haben“, betont Kulturministerin Consuelo Valdés.

„Chiles Rolle im internationalen Filmgeschäft hat durch die intensive und vielschichtige Arbeit dieser Industrie und durch die Qualität der Filme sehr an Bedeutung gewonnen, aber auch durch die Energie, die großen Ideen und die Ausbreitung des chilenischen Kinos in Lateinamerika und Europa“, bekräftigte Matthijs Wouter Knol, Direktor des EFM bei seiner Ankündigung von Chile als Land im Fokus 2020. Mit Unterstützung des chilenischen Kulturministeriums, des Handelsbüros ProChile, der Branchenmarken CinemaChile und Chiledoc sowie dem Büro für Standortförderung Corfo und der Direktion für kulturelle Angelegenheiten Dirac des Außenministeriums, werden die Filmkunst und auch die unabhängige Fernsehproduktion Chiles, die in mehreren Sektionen präsent sind, auf dem EFM glänzen. Bleibt zu erwähnen, dass auch das Finanzministerium, das Fremdenverkehrsamt SERNATUR sowie die Stiftung Imagen de Chile an diesem Meilenstein mitgewirkt haben.

Ein weiteres der chilenischen Projekte, über das man dieses Jahr reden wird, ist der zweite Film der Regisseurin Pepa San Martín, die während des Festivals auch selbst in Berlin sein wird: Ihr Film La Felicidad, der sich noch in der Entwicklung befindet, wurde als Projekt für den Co-Production Market ausgewählt. Pepe San Martín kehrt nun also zurück, nachdem sie 2016 für ihren ersten Spielfilm Rara bei der Premiere auf der Berlinale ausgezeichnet wurde. Der aktuelle Film La Felicidad (produziert von Macarena López von der Manufactura de Películas aus Chile und Aleph Cine aus Argentinien), erzählt die Geschichte von zwei älteren Frauen, die gegen die Widrigkeiten ihren Lebens ankämpfen. In den Hauptrollen sind die chilenische Schauspielerin Paulina García und die Argentinierin Mercedes Morán zu sehen.

Im Bereich Talents hat das Talentförderungsprogramm der Berlinale drei junge Chilenen ausgewählt, die mit der Unterstützung der Dirac nach Deutschland reisen werden: die Regisseurin und Drehbuchautorin Camila José Donoso, die Produzentin Alba Gaviraghi und der Art Director Nicolás Oyarce. Außerdem wurde die chilenische Produzentin von Oro Films – Dominga Ortúzar – eingeladen, als Jurymitglied bei Talents Footprints zu agieren, nachdem sie 2019 schon bei Berlinale Talents teilgenommen hatte.

Das Dokumentarkino wird auf der Veranstaltung durch fünf FilmemacherInnen stark vertreten sein: Carola Fuentes, Joanna Reposi, Tizziana Paniza, Carolina Adriazola und Karin Cuyul, die in Begleitung der Dokumentarfilmbranchenmarke ChileDoc auf dem DocSalon eintreffen werden. Diese Abteilung des EFM fördert neue Angebote, das Schaffen von Netzwerken und den Austausch zwischen Käufern und Verkäufern, sowie zwischen Direktoren und Produzenten von Dokumentarfilmen.

Dieses Jahr wird Chile zwei wichtige Aktivitäten innerhalb des DocSalon beherbergen: DocLunch, ein Mittagessen, das Repräsentanten und Experten des audiovisuellen Bereichs mit Dokumentarfilmern in einer entspannten und freundlichen Atmosphäre vereinen wird; und der SalonTalk, der dieses Jahr unter dem Titel “Collaboration vs. Competition: A Look at the Chilean Documentary Industry and its collective and associative approach to international marketing and distribution”, ein Panel, das von Joanna Reposi, Paola Castillo und Carolina Fuentes gebildet wird, die unter anderem über die Bedeutung der assoziativen Arbeit für Kommerzialisierung und Produktionen auf dem internationalen audiovisuellen Markt reden werden.

Ebenso wird die Sektion Series Market, die sich auf die Fernsehproduktion fokussiert, als Hauptgäste fünf chilenische Fachleute haben, die am Series Market Showcase teilnehmen werden, die Eröffnungsveranstaltung der Sektion, bei welcher Cinema Chile als Mitveranstalter tätig ist, und die sich den besten chilenischen Serieninhalten der letzten Zeit widmet. Die ausgewählten Produktionshäuser sind Fábula mit der Serie La Jauría; Invercine&Wood mit Dignidad; Parox und seine Produktion Héroes invisibles; die Emmy-Gewinnerserie Una Historia Necesaria und Promocine mit dem Projekt Berko, las armas de Pinochet.

Die indigenen Stimmen im chilenischen Kino formen die dominierende Erzählung neu. Durch die Auseinandersetzung mit Fragen des Widerstands, der Identität und der Solidarität haben diese Filme das Publikum bestärkt, und diese Stärke zeigt sich nicht nur in den thematischen Elementen der kreativen Werke, sondern auch in der Ethik, wie sie produziert werden. Um dieses Thema zu vertiefen organisiert Chile als Land im Fokus mit Unterstützung des EFM ein Panel, das das Wissen, die Erfahrungen und die Perspektiven von zwei führenden chilenischen Filmemachern präsentiert: die Mapuche-Regisseurin Claudia Huaiquimilla (Mala Junta) und der Rapa Nui-Direktor Leo Pakarati (Te kuhane o Te Tupuna).

In den kommendenTagen werden die Namen der chilenischen Fachleute bekanntgegeben, die zwei weitere Country-in-Focus-Veranstaltungen präsentieren werden: das Treffen Producers Hub und das Visitor’s Program des Co-Production Market.

Zu allem bisher genannten wird Chile den Empfang des EFM mitgestalten. Dieses Event wird von ProChile organisiert. Denn das chilenische Handelsexportbüro unterstützt und begleitet die Entwicklung der Unternehmen der Filmindustrie schon seit 2007 im Rahmen des Unterstützungsprogramms der audiovisuellen Branche. Dazu gehört, dass ProChile zwei Branchenmarken entwickelt hat und hat Exportförderprogramme und Handelsbüros zur Verfügung gestellt, um nach jedem Festival weiter an der Internationalisierung der Branche zu arbeiten, CinemaChile und ChileDoc.

Der EFM wird vom 20.-28. Februar 2020 während der 70. Edition der Internationalen Filmfestspiele in Berlin stattfinden.Quelle: CinemaChile

   

 Regisseurin Dominga Sotomayor war als Wettbewerbsjurorin der neuen Festival-Sektion "Encounters" eingeladen.